Projekt Jurahäuser in Mörnsheim - Kooperation mit Kulturerbe Bayern e.V.


Unterstützen Sie das Projekt mit Ihrer Spende:

Kontoinhaber: Jurahausverein e.V.
IBAN: DE54 7215 0000 0021 0170 33
Verwendungszweck: Mörnsheim

Herzlichen Dank!

Hintergrund:
Vor einigen Jahren kauften Michaela Hajek und Elizabeth Steinhauser sechs Jurahäuser in Mörnsheim, die am unteren Kirchenweg und im Winkel ein Jurahaus-Quartier bilden, das 600 Jahre Geschichte der Jurahäuser abbildet. Die Gebäude sollten dadurch vor dem Verfall und der Zerstörung gerettet werden. Erste Notsicherungsmaßnahmen wurden unternommen

Die beiden Jurahäuser:
2019 nahmen die beiden Mörnsheimerinnen Kontakt mit dem Jurahausverein auf und boten ihm zwei dieser Gebäude an, darunter das älteste im Quartier von 1416. Kirchenweg 1 und 2 stehen im baulichen Verbund, Kirchenweg 2, das sog. „Kutscherhäusl“ stammt von 1723.

Das Jurahaus aus dem 15. Jhdt. war durchwegs ein Fachwerkhaus. Die Außenwände wurden sukzessive im Lauf der Jahrhunderte durch Bruchstein-Mauerwerk ersetzt.

Das Kutscherhäusl aus dem frühen 18. Jhdt. hat ein gemauertes Erdgeschoß, das Obergeschoß ist aus Fachwerk und ohne den für die  meisten Jurahäuser typischen Kniestock errichtet. Hier sind die Decken, auch durch Setzungen des Gebäudes, recht niedrig.

Trotz der teilweise schlechten Bausubstanz sind die Gebäude wichtige historische Zeugnisse der Mörnsheimer Geschichte als Steinbrecher-Dorf und der Jurahäuser insgesamt.

Maßnahmen des Jurahausvereins:
Der Jurahausverein ist zunächst Maßnahmenträger für ein denkmalpflegerisches Vorprojekt. Das bedeutet: statisch-konstruktive Untersuchung zur Ermittlung von Bauschäden und Standsicherheit, Untersuchung historischer Befunde durch einen Restaurator und schließlich die Kostenermittlung für eine künftige statisch-konstruktive Sanierung. Dafür könnte der Jurahausverein dann die beiden Häuser übernehmen, sofern die Finanzierung der Instandsetzung gelingt.

Zuschussgeber für das Vorprojekt sind das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, der Bezirk Oberbayern und das Landratsamt Eichstätt. Fördermittel kamen ferner von der Willibald-Schmidt-Stiftung Beilngries sowie der Sparkassenstiftung Eichstätt.

Im Zuge des Vorprojekts erbrachte der Jurahausverein neben den organisatorischen Arbeiten auch eine Reihe von Arbeiten vor Ort. Wir legten Schürfen an, um dem Statiker die Untersuchung der Fundamente zu ermöglichen, und verbrachten einige Samstage damit, Heraklitverkleidungen von den Wänden zu entfernen, damit die darunter liegende historische Substanz vom Restaurator, Uwe Graf aus Pappenheim, begutachtet werden konnte. Der dadurch containerweise anfallende Bauschutt musste von uns entsorgt werden.

Insbesondere das spätmittelalterliche Gebäude, Kirchenweg 1, ist in schlechtem baulichen Zustand, sodass während des Vorprojekts weitere Abstützungsmaßnahmen zur Notsicherung erforderlich wurden.

Kooperationsprojekt:
2019 bot uns Kulturerbe Bayern e.V. eine Kooperation an, für die sich die Instandsetzung der beiden Jurahäuser in Mörnsheim als gemeinsames Projekt anbot.

Kulturerbe Bayern ist eine noch junge Initiative, bestehend aus einem Verein und einer Stiftung, die geschichtsträchtige Gebäude, historische Parks und Gärten in Bayern erhält und diese besonderen Orte für alle zugänglich und erlebbar macht. Umgesetzt wird das dank der tatkräftigen Unterstützung der Mitglieder, Volunteers, Stifter, Spender und Förderer. Das Vorbild: der National Trust in Großbritannien. Der Verein Kulturerbe Bayern arbeitet mit regionalen Initiativen zusammen und unterstützt sie durch Öffentlichkeitsarbeit und Volunteering – wie nun auch mit dem Jurahausverein bei dem Projekt „Jurahäuser in Mörnsheim.

Am 17.4.2021 wurde der Kooperationsvertrag vor den beiden Jurahäusern unterzeichnet. Anwesend waren: Stellvertretender Eichstätter Landrat Sven John, stellvertret. Mörnsheimer Bürgermeister Jürgen Bauernfeind, die beiden Eigentümerinnen (s.o), Hauptgeschäftsführer Bernhard Averbeck-Kellner und Geschäftsführer Dr. Rudolf Himpsl von Kulturerbe Bayern sowie die 1. Vorsitzende des Jurahausvereins Eva Martiny und 2. Vorsitzender Stefan Pfättisch. Uwe Graf erläuterte die Erkenntnisse, die er durch die Befunde über die Baugeschichte der beiden Jurahäuser gewinnen konnte.

Die Arbeiten der Vorstandsmitglieder in den Häusern, die wegen der Coronalage immer nur in Kleinstgruppen durchgeführt werden konnten, brachten wahre Schätze ans Tageslicht: Eine Bohlen-Balkendecke im Kutscherhäusl, die wir in dem kleinen Haus nicht vermutet hätten, und eine Balken-Einschubdecke im Flur des größeren Gebäudes, beides bauzeitlich, daneben Reste von Schablonenmalerei an den Wänden. Die Gewölbe der beiden Rußkuchln wurden freigelegt, und der kleine spätmittelalterliche Gewölbekeller unter Kirchenweg 1 besitzt nicht nur wunderschöne Steinstufen und Solnhofener Bodenplatten, sondern auch einen veritablen Hausbrunnen.

Von der Kooperation mit Kultuerbe Bayern e.V. erhofft sich der Jurahausverein Unterstützung durch Volunteers, die bei der praktischen Arbeit mit anpacken können, aber auch Öffentlichkeitsarbeit, um potenzielle Zuschussgeber und Politik auf das Projekt und den Haustyp insgesamt aufmerksam zu machen, damit die Finanzierung der Instandsetzung gelingen kann.

Stellvertretender Eichstätter Landrat Sven John (SPD) sagte seine Unterstützung zu, wo immer sie möglich sei. Er betonte, dass ihm der Haustyp Jurahäuser am Herzen liege.

Hier erfahren Sie mehr über Kulturerbe Bayern e.V: https://www.kulturerbebayern.de/ und über das Kooperationsprokekt: https://www.kulturerbebayern.de/blog/artikel/neues-leben-fuer-zwei-jurahaeuser.html

 

Führungen zum gesamten Jurahausquartier gibt es am 13. Juni 2021 durch Michael Hajek und zu den beiden Jurahäusern durch Uwe Graf am 26. Juni 2021. Nähere Informationen dazu finden Sie in unserem Veranstaltungsprogramm 2021.

 

Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags

Bohlen-Balken-Decke des frühen 18. Jhdts. im sog. Kutscherhäusl

 

Bohlen-Balken-Decke aus dem 15. Jahrhundert im Haus Kirchenweg 1 mit gefasten Applikationen.

Immense Mengen an Holzwolle-Leichtbauplatten mussten entfernt werden, hinter denen sich aber wahre Schätze wie z.B. die wunderschönen Decken verbargen.