Führung - Sonntag, 05. Juli 2020, 15.00 Uhr

Jura-Kirchenscheune St. Gunthildis

 

Dettenheim, Stadt Weißenburg, Donauwörther Str. 5
Dr. Michael Vorbeck

Eine besondere Nutzung findet sich in der Schlossscheune in Dettenheim. Dort wurde 1956 im Gefolge der Ansiedlung zahlreicher Heimatvertriebener nach dem Zweiten Weltkrieg die erste katholische Kirche Dettenheims nach der Reformation geschaffen. Sie entstand in der von der Familie Vorbeck als Eigentümerin des Dettenheimer Schlossanwesens für das Kirchenprojekt zur Verfügung gestellten Scheune nach planerischen Vorstellungen und Vorgaben des seinerzeitigen Flüchtlingsseelsorgers in Dettenheim, des Kuraten Gregor Schneid (1910-1967).

Der im rechten Winkel zur Firstrichtung aus- und eingerichtete Kirchenraum nimmt samt seiner sich im Süden in den Scheunenbau hinein erstreckenden Empore und dem im Westen über die alten Scheunenmauern hinausreichenden Choranbau nur etwa ein Drittel des Gesamtscheunenbauwerks ein. Dieses entstand, wie aus den beiden in zwei Torstürzen an der Scheune auszumachenden Jahreszahlen geschlossen werden darf, in seinem südlichen Teil bereits 1814, während der nördliche Teil, jener, in dem die Kirche sich befindet, erst 1823 als Erweiterung angebaut wurde.